Behandlung von Suchterkrankungen in Wien 1080
Wenn Süchte überhand nehmen
Eine Suchterkrankung ist ein vielschichtiges Geschehen, das weit über den reinen Konsum einer Substanz oder das Ausführen einer Handlung hinausgeht. In unserer Praxis betrachten wir Sucht und Abhängigkeit nicht als bloßen Kontrollverlust, sondern als den Versuch, ungestillte psychische Bedürfnisse zu regulieren, Bindungsdefizite zu kompensieren oder innere Konflikte zu bewältigen.
Unterschieden wird zwischen substanzgebundenen / stoffgebundenen Formen (wie Alkoholabhängigkeit / Alkoholerkrankung, Drogenabhängigkeit oder Medikamentenabhängigkeit) und substanzungebundenen / nicht stoffgebundenen Verhaltensweisen (wie Glücksspiel-, Kaufsucht, auch der Social Media Konsum kann dazu gerechnet werden). Durch ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden Beziehungsmuster und Dynamiken ebnet eine psychotherapeutische oder psychologische Behandlung bei Sucht und Abhängigkeit den Weg aus der Isolation zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
Bedürfnisse von Klient*innen
Menschen, die aufgrund von schädlichem Suchtverhalten Hilfe suchen, tragen spezifische emotionale und soziale Anliegen in den therapeutischen Prozess. Betroffene Klient*innen haben sich bisher mit den folgenden Bedürfnissen an uns gewandt:
- Mit dem Bedürfnis wertschätzend ohne Beschämung oder Verurteilung über Suchtverhalten sprechen zu können.
- Mit dem Wunsch, im Rahmen von innerer wie äußerer Sicherheit und Autonomie schmerzhafte Gefühle wie Einsamkeit, Trauer oder Überforderung nicht länger betäuben zu müssen.
- Mit dem Anliegen nach emotionaler Verbundenheit und gelingender Ko-Regulation. Klient*innen suchen Unterstützung dabei, tragfähige, ehrliche Beziehungen aufzubauen, in denen emotionale Nähe ohne das Bindeglied der Substanzen erfahren werden kann.
Symptome von Sucht und Abhängigkeit
Unüberwindbarer Drang
Ein zentrales Merkmal ist der unüberwindbare, oft schmerzhafte Drang (Craving), ein bestimmtes Verhaltensmuster zu wiederholen oder eine Substanz zuzuführen, selbst wenn gravierende negative Konsequenzen drohen. Begleitend treten meist Kontrollverluste bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums auf, gepaart mit einer fortschreitenden Toleranzentwicklung oder einer emotionalen Fixierung auf das Suchtmittel.
psychosoziale Symptome
Darüber hinaus zeigen sich psychosoziale Symptome wie der schleichende Rückzug aus vertrauten sozialen Beziehungen, der Verlust von Interessen und Genussfähigkeit sowie anhaltende Schuld- und Schamgefühle. Auf der Ebene von Paaren und Familien kommt es häufig zu Ausweich- und Abwehrmechanismen sowie zu einer Verfestigung verdeckter Beziehungsdynamiken, die den Alltag belasten und die psychische Belastung aller Beteiligten erhöhen.
Gesamtprävalenz in Österreich
Epidemiologische Erhebungen im österreichischen Gesundheits- und Sozialwesen belegen die hohe Relevanz dieses Themas: Die Gesamtprävalenz problematischen Konsums und schädlichen Verhaltens betrifft signifikante Teile der Bevölkerung. Insbesondere die Alkoholabhängigkeit gilt in Österreich nach wie vor als weit verbreitete Suchterkrankung, während auch die Medikamentenabhängigkeit (etwa bei Beruhigungs- und Schmerzmitteln) sowie die digitale und rezeptive Spielsucht stetig an Bedeutung gewinnen.
Behandlungsmöglichkeiten
In unserer Praxis stützt sich die psychotherapeutische Behandlung maßgeblich auf Elemente der humanistischen Psychotherapie sowie der systemischen Familientherapie. Durch eine Begegnung auf Augenhöhe mit Wertschätzung und Empathie wird es möglich, das Suchtsymptom nicht rein defensiv zu bekämpfen, sondern dessen funktionale Bedeutung im individuellen Lebensentwurf zu verstehen. Wenn das Symptom als schützender, wenn auch destruktiver Bewältigungsmechanismus verstanden wird, können neue Möglichkeiten der Selbstentfaltung und Selbsterfahrung reifen.
Die systemische Perspektive erweitert den Blick auf das gesamte Beziehungsnetzwerk und die familiären Interaktionsmuster. Suchtverhalten entsteht nicht im isolierten Raum, sondern ist oft eingebettet in unbewusste Beziehungsregeln, Lösungsversuche oder Mehrgenerationenmuster. In der Beratung und Therapie machen wir diese Verflechtungen sichtbar und nutzen die Ressourcen des gesamten Systems für nachhaltige Veränderungsprozesse. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit ist die strukturierte Rückfallprävention: Rückfälle werden nicht als persönliches Versagen gewertet, sondern als wertvolle Informationsquelle verstanden, um emotionale Auslöser frühzeitig zu erkennen und Beziehungsressourcen gezielt zu stärken.
Unterstützung für Angehörige
Angehörige von Menschen mit einer Suchterkrankung stehen häufig unter einer extremen emotionalen Dauerbelastung und geraten nicht selten in Rollen, die das System unbeabsichtigt aufrechterhalten. Eine Beratung und Psychotherapie bietet Partner*innen und Familienmitgliedern einen eigenen Schutzraum: Sie helfen dabei, gesunde Grenzen zu ziehen, eigene Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und aus co-abhängigen Interaktionsschleifen auszusteigen.
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