Traumatherapie in Wien

Ein Trauma entsteht, wenn ein Erlebnis die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt. Was bleibt, sind Fragmente, die im Hier und Jetzt noch immer nachwirken.

Praxisraum für Traumatherapie 1080 Wien

Wege aus dem Schatten der Vergangenheit

Ein psychisches Trauma entsteht, wenn ein Ereignis die individuellen Bewältigungsmechanismen eines Menschen übersteigt und ein tiefes Gefühl von Schutzlosigkeit hinterlässt. In der Traumatherapie (in der Fachsprache Traumafolgentherapie genannt) betrachten wir Trauma als eine nachvollziehbare Reaktion des Organismus auf unerträgliche Situationen – sozusagen eine normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis. Es handelt sich dabei um eine Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses, bei der die Fähigkeit, das Erlebte psychisch zu integrieren, eingeschränkt wurde, sodass Fragmente der Erinnerung im Hier und Jetzt als Bedrohung fortbestehen.

Mit welchen Anliegen wenden sich Klient*innen an uns?

Menschen, die eine Traumatherapie in Anspruch nehmen, kommen beispielsweise mit den folgenden Bedürfnissen zu uns:

  • Klient*innen möchten das Erlebte als Teil ihrer Biografie annehmen können, ohne davon im Alltag ständig überwältigt zu werden.
  • Sie suchen meist nach einem geschützten Rahmen und eine außenstehende Person, die sie darin unterstützt, die belastenden Erfahrungen zu verarbeiten, zu ordnen und auszuhalten, um wieder in ein Erleben von Handlungsmacht zu kommen.
  • Das zentrale Bedürfnis ist oft der Wunsch nach »Ganzwerdung« und dem Ende einer quälenden inneren Zersplitterung. Es geht um die Wiederherstellung von Vertrauen – in sich selbst, in die eigene Wahrnehmung und in die zwischenmenschliche Beziehungsfähigkeit.

Anzeichen und Symptome einer Traumatisierung

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hat mehrere charakteristische Symptome:
  • Sie äußert sich häufig durch ein Wiedererleben von Vergangenem im Hier und Jetzt, das das traumatische Ereignis wieder real erscheinen lässt. Dazu gehören ungewollte Erinnerungen durch Intrusionen, Flashbacks oder Albträume.
  • Gleichzeitig zum Wiedererleben kommt es häufig zu Vermeidungsverhalten, bei dem Situationen, die mit der belastenden Erfahrung in Verbindung gebracht werden (beispielsweise eine Kreuzung, an der ein Autounfall stattfand), vermieden werden. Dies kann infolge auch zu sozialem Rückzug führen.
  • Hinzu kommt oft ein Zustand dauerhafter physiologischer Übererregung (Hyperarousal), der sich in Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen oder chronischer Reizbarkeit zeigen kann.
  • Das Posttraumatische Belastungssyndrom kann auch mit Dissoziationen einhergehen, bei denen eine Person den Kontakt zur Gegenwart verliert, um sich vor Schmerz zu schützen. Viele Betroffene berichten zudem von einer emotionalen Taubheit und dem Gefühl, von der Umwelt wie durch eine Glaswand getrennt zu sein.
  • Auf der Identitätsebene zeigen sich häufig massive Schuld- und Schamgefühle sowie eine negative Veränderung der Grundüberzeugungen über die Sicherheit der Welt.
Ruhiger Therapieraum für Traumatherapiein 1080 Wien
Ruhiger Therapieraum für Traumatherapie – heller, einladender Raum der Praxis, gestaltet für Sicherheit und Geborgenheit.

Wie Psychotherapie Ihnen hilft, Trauma zu verarbeiten

Um ein Trauma verarbeiten zu können, bietet die Psychotherapie einen geschützten, wertschätzenden Rahmen und eine stützende therapeutische Beziehung mit einem Gegenüber, das präsent, empathisch und authentisch ist. Anliegen ist es, das Erleben von Sicherheit wiederherzustellen und Ihren Organismus darin zu unterstützen, aus einer ständigen erhöhten Erregung herauszukommen und das Vermögen zur Entspannung zu unterstützen. In der Traumatherapie lernen Sie, Ihre Symptome nicht als Feinde, sondern als (ehemals überlebensnotwendige) Schutzreaktionen zu verstehen, was die Selbstakzeptanz fördert und die Selbstwirksamkeit stärkt.

Ebenso betrachten wir, wie die Traumatisierung in Ihre aktuellen Lebensbezüge hineinwirkt. Traumabewältigung bedeutet hier, dysfunktionale Beziehungsmuster zu erkennen und neue, nährende Interaktionen zu gestalten. Wir arbeiten daran, die festgefrorene Energie der traumatischen Erfahrung sanft zu lösen und die Resilienzen Ihres gesamten sozialen Systems zu mobilisieren, damit Heilung nicht isoliert, sondern im Einklang mit Ihrem Lebensumfeld geschieht.

Traumatherapie: Schritt für Schritt, in Ihrem Tempo

Wichtig ist uns hierbei, dass Sie wissen, dass es Ihre Entscheidung ist, wann und inwieweit Sie von Ihren Erlebnissen erzählen. Wir werden gemeinsam einen Behandlungsplan entwerfen und darüber sprechen, wann ein guter Zeitpunkt dafür ist und was es für Sie persönlich braucht. Dafür ist es von Bedeutung, dass Sie sich zuerst im Rahmen der Psychotherapie sicher genug fühlen und Sie das Erzählen nicht als überfordernd oder zu belastend erleben. Möglichkeiten zur Herstellung von Sicherheit und Umgang mit intensiven Gefühlen sind somit meist zu Beginn einer Traumatherapie wesentlich.

Häufig kann in der Folge im Rahmen der Traumatherapie eine Auseinandersetzung mit traumatischen Erfahrungen hilfreich sein und zu einer deutlichen Reduktion der Belastung beitragen – in der Traumatherapie wird dies Traumabearbeitung oder -exposition genannt. Dafür bieten wir in unserem Team verschiedene Möglichkeiten und Methoden (bspw. EMDR, Imaginative Techniken, Narrative Techniken, etc.) an. Selbstverständlich findet das nur mit Ihrem Einverständnis und einer guten Vorbereitung statt! Fragen Sie uns gerne, falls Sie mehr darüber wissen möchten.

Praxis-Schild
Psychotherapie hilft – auch bei Traumata.

Risiken einer unbehandelten Traumatisierung

Wird eine schwere psychische Belastung nicht professionell durch einen Traumatherapeuten oder eine Traumatherapeutin begleitet, besteht die Gefahr einer Chronifizierung. Das Nervensystem verharrt im Überlebensmodus, was langfristig zu psychosomatischen Erkrankungen, Depressionen oder Suchtentwicklung führen kann. Zudem sinkt die Lebensqualität, da sich der Lebensradius durch Vermeidungsverhalten immer weiter verengt.

Unterstützung für Angehörige

Ein Trauma betrifft nie nur eine Person allein; es schwingt in jedem Gespräch und jeder Begegnung mit. Für Angehörige bieten wir Beratung an, um die Dynamiken der PTBS besser zu verstehen und einen Umgang mit der eigenen Hilflosigkeit zu finden. Ziel ist es, den Angehörigen Raum für ihre eigenen Emotionen zu geben und sie darin zu unterstützen, stützend für den Betroffenen da zu sein, ohne dabei die eigenen Grenzen zu überschreiten.